1972: Für 19 vorhandene Gemeinden fand man den Namen Seevetal

Blick auf den Rangierbahnhof Maschen. Maschen gehört zu Seevetal.

In allen Lebensbereichen wurden Reformen angekündigt und weithin auch durchgezogen. Betroffen war auch die staatliche Verwaltung. Verwaltungs- und Gebietsreform lautete das Schlagwort. Unter diesem Begriff liefen mehrere Reformen. Die meistbeachteten waren die Gemeinde- und die Kreisreform. Diese beiden Reformen forderten die Bürger heraus, so dass sie dabei sein und mitmachen wollten.


Die Gemeindereform führte dazu, dass die Gemeinden im Landkreis Harburg ab 1. Juli 1972 in neuer Sortierung operierten. Die sogenannten Großgemeinden lösten die überwiegend kleinen ländlichen Gemeinden ab. Im Landkreis Harburg entstanden zwölf Großgemeinden. Vorher hatte es 137 Gemeinden unterschiedlichster Größe gegeben.


Die Kreisstadt Winsen gemeindete 13 ehedem selbstständige Gemeinden ein: Bahlburg, Borstel, Gehrden, Hoopte, Lassrönne, Luhdorf, Pattensen, Rottorf, Roydorf, Sangenstedt, Scharmbeck, Stöckte und Tönnhausen. Ähnlich verfuhr Buchholz mit seinem unmittelbaren Umfeld: Buensen, Dibbersen, Holm,  Seppensen, Sprötze, Steinbeck, Trelde und Vaensen.


Dazu kam auf dem Boden des Landkreises Harburg ein Experiment. Die Reformer vereinigten 19 vorgefundene Gemeinden und fanden für das Konglomerat den bis dahin unbekannten Namen Seevetal. Die 19 gewachsenen Namen: Beckedorf, Bullenhausen, Emmelndorf, Fleestedt, Glüsingen, Groß-Moor,  Klein-Moor, Helmstorf, Hittfeld, Hörsten, Holtorfsloh, Horst, Lindhorst, Maschen, Meckelfeld, Metzendorf, Ohlendorf, Over und Ramelsloh.


Dabei bemühten sich die Reformer, die sogenannte Seevelinie nicht zu vertiefen. Sie wollten die  Arbeitsabläufe in der Verwaltung optimieren. Pädagogische Absichten lagen ihnen fern. Es musste nicht sein, dass Seevetaler Grenzen der Seeve folgten. Die Bezeichnungen Altkreis Winsen und Altkreis Harburg erlangten ihre alte Bedeutung nicht wieder. Die Seeve war kein Grenzfluss mehr, sondern floss innerhalb Seevetals. Die Bezeichnung Seeve-Grenze verlor sich.


Ende der 70er-Jahre betrug Seevetals Bevölkerungszahl 33 000. Das war der erste Platz im Kreis.  Buchholz folgte mit 26 000 und Winsen mit 23 000 Einwohnern.


Ein Seevetaler Bewusstsein hatte es bereits 1958 gegeben. Als es auf dem Kreistag in Brackel um die Frage ging, wo nach dem Provisorium in den Baracken des Winsener Schlossparks die Kreisverwaltung untergebracht werden sollte, da bewarb sich neben Winsen und Harburg auch Fleestedt um den Kreissitz. Unterstützung gab das spätere Seevetal. Winsen siegte mit knapper Mehrheit.