1974: Das neue Krankenhaus entstand südlich der Stadt an der Luhe

Auf einem Riesengelände außerhalb der Stadt wurde das dringend erforderliche moderne Krankenhaus errichtet. Vergessen war die Enge in der Altstadt.

Auf dem ersten Palliativtag in Winsen am 22. Juni 2005 sagte die hannoversche Landesbischöfin Margot Kässmann: „Mir geht es um ein Zeugnis für Sterben in Würde. Nur wenn Menschen in Würde sterben können in unserem Land, können wir auch die Angst vor dem Tod ablegen. Dann schieben wir die Todkranken und Sterbenden nicht ab in hintere Ecken, um nicht an den eigenen Tod erinnert zu werden. Nein, dann sind wir in der Lage, den Tod hineinzuholen ins Leben, ihn als Teil des Lebens zu sehen. Des Lebens, das eben keine Sackgasse ist, die mit dem Tod endet, sondern des Lebens, das auf Gottes Wirklichkeit und Ewigkeit hinführt.“


Damals Mitte 2005 bestand die Palliativstation innerhalb der von Chefarzt Dr. Wolfgang Wedel geleiteten Inneren Abteilung fünf Jahre. Das zusätzliche Angebot im Winsener Krankenhaus hatte eine starke Akzeptanz gefunden. Während der fünf Jahre betreute die Palliativstation rund 650 Patienten – warf ihnen zu das Pallium, den bergenden und wärmenden Mantel dieser medizinischen Richtung. Die überwiegende Zahl waren Patienten mit Krebskrankheiten in fortgeschrittenem Maße. Auch wenn die Grunderkrankung nicht mehr behandelt werden kann, so ist doch die Linderung der Symptome möglich.


Die Palliativmedizin war in den letzten Jahren eines der meistdiskutierten Themen in Winsen Stadt und Land. Die Geschichte des Winsener Krankenhauses blieb auch nach weit über 100 Jahren lesenswert.


Angefangen hatte alles im Uhlenbusch östlich der Bahnhofstraße. Dort wurde anno 1877 durch Initiative  des Apothekers Theodor Meinecke eine Kinderpflegeanstalt ins Leben gerufen. Der Apotheker hatte durch einen Unfall seinen vierjährigen Sohn verloren. Er wollte eine Einrichtung für Kinder in schwieriger Lage  schaffen. Aber die Kinderbewahranstalt, wie das Häuschen im Uhlenbusch auch genannt wurde, nahm  immer öfter kranke Erwachsene auf.

In der Wallstraße lag Winsens Bethesda.

Schon 1882 zog man um in die Wallstraße. Es entstand ein Haus für Kranke. Davon konnte vollends die Rede sein, als man 1889 einen Neubau errichtete. Inzwischen war auch die erste Diakonisse eingetroffen. Dr. Rudolf Hensel fungierte als Chefarzt. Winsen kannte seine niedergelassenen Ärzte und den Arzt im Krankenhaus, den Chirurgen Dr. Hensel.


Die Kreisstadt wuchs. Das Krankenhaus reichte nicht mehr aus. Jahrelang suchte Winsen nach einem geeigneten Gelände für einen Neubau. Man fand es schließlich südlich der Stadt und östlich der Luhe. 1974 konnte der großzügige Neubau in Betrieb genommen werden. Das Haus verfügte über mehr als 300 Betten. Sieben medizinische Fachbereiche standen bereit. Jeder wurde optimal ausgestattet. 1995 kam ein Computertomograph.


Angegliedert wurde dem Krankenhaus 1976 ein Alten- und Pflegehaus. Einen Namen für die zusätzliche Einrichtung hatte man seit langem parat: Bethesda, den hebräischen Gnadenort, eine Erinnerung an die Anfänge in der Winsener Altstadt.


In der Krankenhaus Buchholz und Winsen GmbH fanden die beiden großen Krankenhäuser im Landkreis  Harburg zu einer Kooperation zusammen. Das Sparen musste in Winsen und Buchholz nicht eingeübt werden, als alle Welt von Sparen zu sprechen begann.


Auch auf dem Felde der Palliativmedizin wurde das Buchholzer Krankenhaus tätig. Es stellte der 2003  gegründeten Bürgerstiftung Hospiz Nordheide Räume zur Verfügung. Am 3. November 2005 konnte das Hospiz eingeweiht werden.