1978: Premiere für das Winsener Stadtfest

Auf dem Schlossplatz dreht sich das Riesenrad. Winsen feiert wieder sein Stadtfest.

Winsen sanierte. Winsen sanierte gründlich. Die alte Bausubstanz in der Altstadt erstrahlte in neuem Glanz. Oder sie verschwand. Für den Brauhof an der Mühlenluhe kam jeder Sanierungsplan zu spät. Winsen sanierte umso energischer. Eine große Rolle im Sanierungskonzept spielte die Stadtkernentlastungsstraße. Sie gab der Stadtlandschaft ein neues Bild.

 

Die traditionsreiche Kneipe Alte Schanze musste verschwinden, entstand allerdings in unmittelbarer Nähe wieder. Das alte Gemeindehaus wurde abgerissen. Kein Platz war mehr für die alte Mittelschule und das Spritzenhaus der Winsener Feuerwehr. Die Kochschule hatte ausgedient. Selbst angesichts von Großbauten der alten Kreisstadt kannten die Sanierer kein Halten. Das riesige Schützenhaus mit seinen drei Sälen und die Viehhalle am Bahnhof gab es plötzlich nicht mehr. Die Papierfabrik Eppen machte dicht, die Werkzeugmaschinen-Fabrik Eriksen desgleichen.


Winsen sanierte mit Nachdruck – Winsen hatte sich zum Ausgleich Feste verdient wie zum Beispiel das  Stadtfest. 1978 wurde es zum ersten Mal gefeiert. Ausrichter der Festivitäten war der Handels- und  Verkehrsverein unter seinem Vorsitzenden Kurt Schreiber. Hauptakteur der Eröffnungsveranstaltung am 14. Juli 1978 war der WA. Er hatte originelle Winsener gesucht und gefunden. Am Ende gab es sieben Kandidaten für den Titel Originellster Winsener. Platz 1 und damit der Titel gingen an Heinrich Schröder. Auf den Plätzen folgende Mitbürger: Hans Wehrmann, Franz Schwedhelm, Emma Stephan, Elsbeth Eggers, Hugo Plaggemeyer und Siegfried Schurwanz.

Zeltdisco mit ffn, dem Sender der niedersächsischen Zeitungsverlage. Rechts am Mikro ffn-Moderator Andreas Kuhnt, daneben die WA-Verleger Lebrecht Maack (Mitte) und Dr. Jürgen Peter Ravens (links).

In den folgenden Jahren umfasste die Mitwirkung des WA so verschiedene Beiträge wie eine Zeltdisco mit ffn (dem privaten Rundfunksender der niedersächsischen Zeitungsverleger, darunter auch die beiden Winsener Verleger Dr. Jürgen Peter Ravens und Lebrecht Maack) oder einen Kurzgeschichten-Wettbewerb.

 

Das Stadtfest hat Bestand. Ist Stadtfest, dann ist ganz Winsen auf den Beinen. Die bunte Meile enthält Triebfedern für Nervenkitzel in den Fahrgeschäften, für Hunger und Durst, für Offenheit gegenüber Freunden und Bekannten.

 

Hauptmanager des Winsener Stadtfestes war durch die Jahre Winfried Bremer. Jetzt zum 32. Stadtfest am 20. Mai 2009 nahm erstmals Sven Schiller als Nachfolger Bremers die zahlreichen Fäden in die Hand.

 

In kreativer Konkurrenz zum Stadtfest behaupten sich die traditionellen Feste: der norddeutsche Faslam, die vier Schützenfeste in der Stadt und das riesige Erntefest im Winsener Ortsteil Scharmbeck. Die Winsener wussten immer schon ausgelassen zu feiern.

 

Ohne Sponsoren geht es nicht. Da macht das Stadtfest keine Ausnahme. Hier gibt's Freibier für die gutgelaunten Sponsoren.