1987: Die Schranken am Bahnhof waren 14 Stunden am Tag unten

Bis zu 14 Stunden am Tag waren die Schranken unten.

Ein Hauptärgernis der Winsener Verkehrsplanung war die Tatsache, dass die Schranken am Bahnhof am Tag bis zu 14 Stunden geschlossen waren. Hier musste Abhilfe geschaffen werden. Festliche Umzüge bei-
spielsweise anlässlich des Winsener Schützenfestes durften nicht regelmäßig behindert werden.  Rettungsfahrzeuge mussten freie Bahn haben. Das neue Krankenhaus der Kreisstadt lag südlich der  Eisenbahnlinie Hamburg-Hannover. Die Rettungswagen mussten oft genug die wertvollsten Minuten untätig verharren.


Die Nordsüdachse des Winsener Verkehrs war durch die Schranken ohne Chance auf Besserung.  Bedauerlicherweise musste erst ein grausiger Unfall passieren, ehe die Politik eine Lösung herbeiführte.

Endlich! Winsen ist ans Autobahnnetz angeschlossen.

Endlich war Winsen ans Autobahnnetz angeschlossen. Am Dienstag, dem 17. November 1987, ab 15 Uhr rollte der Verkehr von und nach Winsen über das Teilstück der BAB 250 Maschen - Winsen-West. Großes Aufatmen entlang der Bundesstraße 4. Stelle vor allem war durch die nicht abreißenden Fahrzeugschlangen in beiden Richtungen geradezu geteilt worden.

 

Das eröffnete Teilstück maß 9,5 Kilometer. Folgen sollte der Abschnitt Winsen-West - Winsen-Ost (5,2 Kilometer). Der dritte Abschnitt war die Strecke Winsen-Ost - Lüneburg (15 Kilometer). Vorbei war das jahrelange Hin- und Hergeschiebe der unterschiedlichen Trassen (rot, gelb, grün, blau).

 

Wenige Wochen vor der Freigabe bot die Autobahn in Höhe von Ashausen ein chaotisches Bild. Fernsehaufnahmen! 30 Schrottfahrzeuge waren unfallgerecht aufgebaut worden. Drei Feuerwehrautos, drei Rettungswagen, zwei Polizeifahrzeuge und ein Rettungshubschrauber komplettierten die Szene. 90
Komparsen schrieen, wimmerten und wussten nicht wohin. In einem der Rettungswagen war der Chirurg der „Schwarzwaldklinik“, Dr. Udo Brinkmann, eingetroffen. Aufnahmen für die 60. Folge der bekannten Fernsehserie.


Die Sanierung der Winsener Altstadt wurde in den zwölf Jahren von 1972 bis 1984 intensiv betrieben. Eines der Ziele bestand darin, die wachsende Kreisstadt sozusagen zu durchlüften. Eine großflächige Ausgestaltung des Verkehrsnetzes musste das charaktervolle Städtchen öffnen für Neubürger mit ihren Wünschen an Handel und Verkehr.

Ein schweres Unglück auf dem Winsener Bahnübergang kostete drei Menschen das Leben.

Am 2. September 1974 um 13.32 Uhr näherte sich aus Richtung Hamburg ein Schnellzug dem Winsener Bahnhof. Und das Ganze bei geöffneten Schranken!

 

Der Schnellzug erfasste zwei Pkw. In einem gab es zwei Tote. Und noch ein dritter Toter war zu beklagen: eine elfjährige Fahrradfahrerin auf dem Weg zum Tennisgelände nahe dem Bahnhof. Dazu zwei Schwer- und drei Leichtverletzte. Der Funkstreifenwagen „Quelle 13“ entging um ein Haar dem Verhängnis.


Durch die großzügige Verkehrsplanung entstanden rund um den Stadtkern überall Parkplätze – ein wichtiges Argument in der Diskussion über die Rolle Winsens in der Zukunft.