Die Reformation vertrieb die Mönche

Herzog Ernst der Bekenner.

Stifter und Klöster waren Bastionen des alten Glaubens. Sie stellten sich der Reformation im Fürstentum Lüneburg in den Weg. Die Herzöge Otto, Ernst und Franz hatten einen schweren Stand, nachdem ihr Vater, Heinrich der Mittlere, in der Hildesheimer Stiftsfehde (1519 bis 1523) auf die Partei des französischen Königs gesetzt hatte und eben nicht auf die der Habsburger, die mit Karl V. den nächsten Kaiser stellte.


Heinrich des Mittleren Söhne regierten das Fürstentum Lüneburg mit dem Ziel, das Hauptproblem des Landes, die enorme Verschuldung, zu lösen. Ernst fand seinen älteren Bruder Otto mit Harburg ab, den jüngeren Bruder Franz mit Gifhorn. Umso konzentrierter vermochte er sich um Lüneburg-Celle zu kümmern. Er war der Hoffnungsträger der Familie – Ernst der Bekenner.

 

Dabei schlugen zwei Herzen in seiner Brust. Das eine gab fordernde Schläge: Leute, zahlt! Euer Land braucht finanzielle Mittel. Das andere Herz war erfüllt von reformatorischem Gedankengut. Von 1512 bis 1518 hatte Ernst an der Universität Wittenberg studiert. Es ist anzunehmen, dass er dort den Dozenten Martin Luther hörte. Auf jeden Fall saß er Philipp Melanchthon zu Füßen.

Hier an der östlichen Luhe stand das Kloster der Franziskaner-Barfüßermönche.

Auf dem Scharnebecker Landtag vom 18. April 1527 ging Ernst die Klöster und Stifter um Geld an. Ein Teil des Adels hoffte, Herzog Heinrich werde aus seinem französischen Exil zurückkommen und, gestützt auf das katholische Lager, die Regierung des Fürstentums wieder übernehmen. Er erschien in Scharnebeck überhaupt nicht. Ernst konnte frohlocken. Aus einer starken Position heraus appellierte er, Geld in die leere Landeskasse zu geben. Dabei stützte er sich vornehmlich auf das in Celle verfasste Artikelbuch: „Artikell darinne etlike mysbruke by den Parren des Förstendomes Lümborg entdecket...“


Das Stift Bardowick in der Vogtei Bardowick der Großvogtei Winsen hatte dem Stättlein 1158 in seine Stadtgeschichte hinein geholfen. Nun machte es jahrelang Schwierigkeiten, die Reformation anzunehmen.

 

Eine oppositionelle Kraft blieben auch die Franziskaner-Barfüßermönche. Außer in Celle und Lüneburg  waren sie in Winsen vertreten. Zunächst unterhielten sie ab 1348 eine sogenannte Terminei auf der Luheinsel, eine Art Außenstelle, wo man Naturalien für den Orden abgeben konnte. Später – 1480 bis 1484 – bauten sie ein Kloster, wahrscheinlich genau dort, wo sich die Terminei befunden hatte.

Deckenmalerei in der von Herzogin Dorothea ins Schloss eingebauten Kapelle.

In Winsen saßen Observanten, die strenge Richtung innerhalb des Ordens. Was für sie sprach, waren ihre gehaltvollen Predigten. Andererseits ließen sich Auflösungserscheinungen im klösterlichen Leben nicht übersehen. Am 18. Juli 1528 endete ihr Wirken. Der Herzog vertrieb sie aus Winsen. In das Kloster zog der Schreiber vom Schloss ein.


Ins Reich der Fabel gehört die Behauptung, die Barfüßer hätten sich um die Leprakranken in dem seit 1401 nachweisbaren Stift St. Georg gekümmert. Um 1420 sollen sie die St.-Marien-Kirche gebaut haben. Beides verträgt sich nicht mit der Franziskanerregel.