Festausgabe, Ausstellung und Film zum 100. Geburtstag des WA

In der Ausstellung "100 Jahre Zeitung in Winsen" (von rechts): Verleger Lebrecht Maack senior, Verleger Dr. Jürgen Peter Ravens und Verleger Dr. Franz Gerstenberg, Vorsitzender des Verbandes Niederdeutscher Zeitungsverleger.

Das Winsener Zeitungswesen lief auf ein Jubiläum hin. Aber niemand hatte es bemerkt. Da musste nach einem überlangen Studium der Geschichte erst ein Historiker in den WA einsteigen, um insoweit Klarheit zu schaffen. Bevor er die Bilanz studiert hatte, stellte er fest, dass am 12. September 1868 erstmals eine Zeitung in Winsen erschienen war: das „Wochenblatt für Stadt und Amt Winsen an der Luhe & Elbe“. Das musste in eineinhalb Jahren am 12. September 1968 groß gefeiert werden.


Am 100. Geburtstag erschien der WA 80 Seiten stark. Dr. Jürgen Peter Ravens, seinem Vater Alex Ravens als Chefredakteur gefolgt, nahm das Jubiläum zum Anlass, die Winsener Pressegeschichte zu schreiben. Außer dem „Wochenblatt“ waren zu würdigen: die „Winsener Nachrichten“ aus dem Hause Gebrüder Ravens (seit 1870) und die „Winsener Zeitung“ aus dem Hause Maack’s Buchdruckerei (seit 1912). Bestandteil der Winsener Pressehistorie musste drittens die Gründung des Jahres 1949 sein: der „Winsener Anzeiger“, verlegt in der Firma Ravens & Maack. Inzwischen hat die Kooperation der beiden Winsener Zeitungshäuser ihren 60. Geburtstag erreicht (2009).


Zum 100. Geburtstag griff der in Stöckte ansässig gewordene Romancier und Bestsellerautor Ernst von Salomon zur Feder... nein, er schlug in die Tasten seiner Schreibmaschine. Für die Jubiläumsausgabe anno 1968 steuerte er den Aufmacher bei. In Wedeloh hatte er Hinnerk Harmsen entdeckt. Der Heidjer wurde am 12. September 1868 geboren, das heißt, er ist genauso alt wie die Winsener Pressegeschichte und konnte viel erzählen, wobei er sich immer auf die Winsener Presse bezog („Stand ja inne Zeitung“).


„Herr Harmsen, glauben Sie denn nur das, was in der Zeitung steht?“ entfuhr es Ernst von Salomon. Die Antwort von Hinnerk Harmsen lautete: „Natürlich! Mehr als dem, was die Regierung sagt...!“

Das legendäre Porträt des Interviewten.

Am Vormittag des 12. Septembers 1968 gab der WA im Haus des Handwerks an der Marktstraße einen Empfang. Der Erzkommödiant Ernst von Salomon trug sein Interview mit dem 100-jährigen Leser vor.

 

Dieser konnte aus Altersgründen nicht teilnehmen. Wie er aussieht, sehen die WA-Leser indessen, wenn sie die Jubiläumsbeilage zur Hand nehmen. Die erste Seite füllt das Porträt des Interviewten. Wir haben ihn durch den Hamburger Maler Otfried Bleeker zeichnen lassen.

 

Im Museum St. Georg wurde am Nachmittag des 12. Septembers eine Ausstellung eröffnet: "100 Jahre Zeitung in Winsen".

 

Seine Uraufführung erlebt im Laufe des Nachmittags der zum 100-jährigen Jubiläum gedrehte Film: "Tag für Tag Premiere - So entsteht der WA".