Landkreis Harburg

Ein Blick in die über 100-jährige Geschichte

Das Kreishaus in Winsen.

Der Landkreis Harburg, wie er sich heute darstellt, hat eine wechselvolle Geschichte, die durch mehrere Verwaltungsreformen bis in die jüngste Vergangenheit beeinflusst und geprägt wurde. Tatsache ist, dass heute wieder oder immer noch ein Trend zur Schaffung größerer Verwaltungseinheiten beziehungsweise zu einer kreis- und länderübergreifenden Verzahnung von regionalen Aufgaben besteht. Zwar scheint die lange diskutierte Einrichtung eines Regionalverbandes Hamburg unter Einbeziehung des Umlandes vom Tisch zu sein, doch immerhin ist an dessen Stelle das "Regionale Entwicklungskonzept für die Metropolregion Hamburg" getreten, das eine enge Zusammenarbeit der Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf dem Gebiet der Raumordnung einschließt.

 

Doch nun der Blick in die über 100-jährige Kreisgeschichte und auf deren Ausgangssituation in unserem Raum. Als 1866 Preußen das Königreich Hannover annektierte, bestanden drei Ämter: Winsen, Harburg und Tostedt. Erst 1885 wurden Stadt- und Landkreise neuen Zuschnitts eingerichtet. Durch diese Verwaltungsreform entstanden der Stadtkreis Harburg, der Landkreis Harburg und der Kreis Winsen. Insgesamt fasste Preußen in seiner Provinz Hannover 101 Ämter und 43 Städte zu 376 Kreisen zusammen.

 

Die nächste Verwaltungsreform wurde dann 1932 vollzogen. Landkreis Harburg und Kreis Winsen wurden zusammengelegt, Verwaltungssitz war die Stadt Harburg. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 ging die Stadt Harburg in der Hansestadt auf, doch der Landkreis hat dennoch bis heute seinen Namen behalten. Dies ist für Zuziehende und Besucher in unserem Kreis heute immer wieder schwer nachzuvollziehen, ist doch die Stadt Winsen seit 1958 Kreissitz.

 

Eine weitere Verwaltungsreform mit einem neuen Zuschnitt der Gemeinden (1972) sowie der Kreise und Bezirke (1977) überstand der Landkreis Harburg schließlich nach hartem Ringen fast unbeschadet. Ob nun das dritte Jahrtausend eine weitere Verwaltungsreform bringen wird oder gar muss, bleibt abzuwarten.

 



Die Berufsbildenden Schulen in Winsen, in denen auch mehrere Fachgymnasien untergebracht sind.

 

 

Vielfältigkeit der Landschaft einzigartig

Der Landkreis Harburg mit Kreissitz in Winsen nimmt unter den niedersächsischen Kreisen nicht nur wegen seiner unmittelbaren Nachbarschaft zur Freien und Hansestadt Hamburg eine besondere Stellung ein. Er ist ein Kreis, der sich durch eine im norddeutschen Raum nicht oft anzutreffende Vielfältigkeit der Landschaft auszeichnet. Von den Marschen der Urstromtallandschaft der Elbe geht es hinauf auf die hügelige Geest, unterbrochen durch ausgedehnte Laub- und Nadelwälder, durchsetzt mit reizvollen Tallandschaften, denen sich die einzigartige Lüneburger Heide anschließt.

 

Nachbarn sind im Süden der Landkreis Soltau-Fallingbostel, im Westen die Kreise Rotenburg und Stade, im Norden Hamburg und der schleswig-holsteinische Kreis Herzogtum Lauenburg sowie im Osten der Landkreis Lüneburg.

 

Im Jahre 1932 aus der Zusammenlegung der Kreise Winsen und Harburg entstanden, wurde das Kreisgebiet zunächst aus Harburg verwaltet. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz kam 1937 das gesamte Gebiet der Stadt Harburg nach Hamburg. Nach der kriegsbedingten Zerstörung des Verwaltungsgebäudes in Harburg wurde der Verwaltungssitz 1944 folgerichtig in das Kreisgebiet verlegt. Seit deser Zeit ist Winsen Kreissitz.

 

Die großen Autobahnen der Bundesrepublik führen von Westen und Süden kommend im Horster Dreieck zusammen und finden dort Anschluss nach Norden an das Stadtzentrum Hamburgs und durch den Elbtunnel an das nördlich benachbarte Bundesland Schleswig-Holstein. Der gesamte mitteleuropäische Nord-Süd-Verkehr verläuft durch das Winsener Kreisgebiet.

 

Fast 30 Prozent des Kreisgebietes stehen heute unter Natur- oder Landschaftsschutz: Ideale Voraussetzungen für eine weitere Entwicklung des an Bedeutung gewinnenden Fremdenverkehrs.

 

 

Das Kreiskrankenhaus in Winsen.

 

 

Rasante Entwicklung einer attraktiven Region

Wenn man das Winsener Kreisgebiet in den Grenzen des heutigen Landkreises Harburg betrachtet, dann sieht man eine attraktive Region, die eine große Anziehungskraft auf das Umland ausübt, für viele andere Kreise das Paradebeispiel einer intakten, im Großen und Ganzen gut funktionierenden Kommnune ist. Für die rasante Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg steht insbesondere auch der in großen Sprüngen erfolgte Anstieg der Einwohnerzahl, der seit der Gemeindereform 1972 auch die Entwicklung der Samt- und Einheitsgemeinden im Kreisgebiet wesentlich beeinflusste.

 

Hatte der Landkreis vor dem Krieg im Jahre 1939 noch 65.000 Einwohner, so wuchs diese Zahl insbesondere durch den Flüchtlingsstrom nach dem Krieg bis 1960 auf 108.000 Einwohner. Eine geradezu explosionsartige Entwicklung setzte danach ein, und heute zählt das Kreisgebiet um die 250.000 Einwohner.

 

Der Zuzug hält auch weiterhin unvermindert an, der Siedlungsdruck aus dem Umland und insbesondere aus dem benachbarten Hamburg ist groß. Trotz reger Bautätigkeit sind Wohnungen knapp und teuer, Baugrundstücke stehen überall hoch im Kurs.

 

Eine wichtige Funktion haben die Fremdenverkehrsverbände und das Fremdenverkehrsgewerbe im Kreisgebiet, speziell auch im Bereich der Lüneburger Heide und der Randgebiete. Menschen aus allen bundesdeutschen Ballungsgebieten drängen in die im Kreis gelegenen Feriengebiete. Ganzjährig ist die reizvolle Landschaft besonders an den Wochenenden von Erholung suchenden Kurzurlaubern gut besucht. So ist der Fremdenverkehr im Winsener Kreisgebiet seit langem und auch in Zukunft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.