Samtgemeinde Salzhausen

Nachwuchs schweißt Gemeinden zusammen

Der Schlauchturm in Salzhausen ist heute Museum. Ehedem wurde er als Arrestzelle für Landstreicher genutzt.

Mit der 1972 durchgeführten Gemeindereform werden 13 ehemals selbstständige Dörfer zur Samtgemeinde Salzhausen zusammengelegt. In Raven, Rolfsen, Schwindebeck und Wetzen versteht man die Welt nicht mehr. Schließlich war man immer nach Salzhausen orientiert. Plötzlich wird man ausgeschlossen. Kopfschütteln auch in Tangendorf und Wulfsen: Was soll man in der Samtgemeinde Salzhausen? Von jeher orientierte man sich nach Pattensen und Winsen. In Putensen, das seine Eigenständigkeit verliert, hängen Trauerflore. Doch die Zeit heilt alle Wunden. Inzwischen ist die Samtgemeinde längst zusammengewachsen. Alte Verbindungen blieben bestehen, Verwaltungsreform hin, Verwaltungsreform her.

 

Die Gemeinden harmonieren. Es gab nie Probleme mit der Aufgabenverlagerung in Richtung Samtgemeinde. Tangendorfer und Wulfsener kaufen immer noch in Winsen ein. Dafür fahren die Ravener nach Salzhausen. Die Vereine pflegen ihre Kontakte mit den Gemeinden im Landkreis Lüneburg. Man schert sich nicht um Samtgemeindegrenzen.

 

Dass die Gemeinden trotz der unterschiedlichen territorialen Orientierung zusammengewachsen sind, dazu hat nicht zuletzt der Nachwuchs beigetragen. Kindergärten und Schulen nahmen von Anfang an einen hohen Stellenwert in der Samtgemeinde-Politik ein. Die Grundschule Garstedt ging in die Regie der Samtgemeinde über. Das Schulzentrum am Salzhäuser Kreuzweg wurde ausgebaut.

 

Wasserversorgung in eigener Regie, modernes Feuerwehrwesen

Es gibt vieles, worauf man in der Samtgemeinde Salzhausen stolz ist. Eine Leistung wird ganz besonders hervorgehoben: die Trinkwasserversorgung. Während die meisten Samtgemeinden auf den Wasserbeschaffungsverband Harburg angewiesen sind, deckt Salzhausen die Versorgung zu 95 Prozent in Eigenregie ab. Gleiches gilt für die nahezu flächendeckende Abwasserbeseitigung.

 

Stolz ist man aber auch auf das moderne Feuerwehrwesen. Kontinuierlich stattet man die Wehren mit den neuesten technischen Standards aus. Es entstehen Feuerwehrgerätehäuser, die immer wieder ausgebaut und modernisiert werden. In der Samtgemeinde Salzhausen ist man nicht nur auf der Höhe der Zeit, man ist ihr oft sogar einen Schritt voraus!

 

Aus Gemeinden & Ortsteilen

Salzhausen - Dörpschün: Kleine Scheune mit bewegter Geschichte

Niemand in Salzhausen möchte sie missen: die Dörpschün, die Kultur- und Begegnungsstätte.

Mitten im Dorf, auf dem alten Salzhäuser Meierhof, steht eine Dreiständerscheune, 215 Jahre ist sie alt. Sie hat viel erlebt, wüsste tolle Geschichten zu erzählen, wenn sie denn reden könnte. 1778 wird sie von Benthack und seiner Frau Anna Elisabeth Meyer (die gleichzeitig Benthacks Halbschwester war!) erbaut. Man stopft schnödes Heu in ihre Mauern. Dragoner quartieren sich ein. Später beherbergt die Scheune sogar eine Dampfsägerei. Die alten Zeiten waren nicht immer golden.

 

1915 erwirbt Heinrich Junge das Hofgebäude. Fortan ist die Scheune im Besitz der Familie Junge. Lange Zeit tut sich gar nichts. Die kleine Scheune bleibt unbeachtet. Dann, 1982, rückt sie plötzlich in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses: Die Mitglieder des Verkehrs- und Kulturvereins Salzhausen wollen aus ihr ein Kulturhaus machen. Der Plan ist umstritten. Vor allem die enormen Kosten stoßen zunächst auf erbitterten Widerstand.

 

Am 8. März 1982 fällt der alles entscheidende Ratsbeschluss: Die Gemeinde soll die Scheune kaufen und sie zu einem Haus der Heimat- und Kulturpflege ausbauen. Gut ein Jahr vergeht. Rund 810.000 Mark werden investiert. Dann ist es soweit: Am 4. Juni 1983 wird das Kulturhaus eingeweiht. Die kleine Scheune heißt nun Dörpschün und ist in aller Munde.

 

Künstler aus nah und fern geben sich hier ein Stelldichein. Wo einst die Pferde wieherten, erklingt nun Musik - von der Klassik bis zum Punk. Es laufen Ausstellungen. Lesungen locken zahlreiche Besucher an. Die kleine Scheune sonnt sich in ihrem neuen Glanz. Die Salzhäuser haben ihre anfängliche Skepsis schnell vergessen!

 

Das Salzhäuser Freibad verspricht Abkühlung, wenn's im Sommer heiß ist.

 

 

Luhmühlen - Edle Rosse mit schnellen Beinen

Ein Dorf fest in Pferdehand oder besser -huf: Die edlen Vierbeiner begegnen einem auf Schritt und Tritt. Sie nennen ein großes Turniergelände ihr eigen. Alljährlich empfangen die Luhmühlener Pferde Gäste sogar aus Übersee: Amerikaner und Neuseeländer beispielsweise. Mit der Verständigung scheint's keine Schwierigkeiten zu geben. Wiehern ist international.

 

Bei diesen Treffen, von den Menschen Military genannt, messen sie ihre Kräfte: Zuerst mit eleganten Schritten im Dressurviereck, dann tragen sie ihre Zweibeiner über halsbrecherische Hindernisse im Gelände, und zuletzt geht's in den Springparcours. Die Reiter, die sie herumschleppen, bekommen so wichtige Titel wie Deutscher Meister, Europameister oder Weltmeister. Damit stehen die Zweibeiner im Rampenlicht, sie werden in Zeitungen abgebildet und treten im Fernsehen auf. Den edlen Rossen bleibt wenig vom Ruhm. Während sie in Zeitungen doch immerhin noch erscheinen (natürlich immer mit dem Reiter), lässt man sie in die Fernsehstudios erst gar nicht rein. Ungerechte Welt!

 

Und doch: Es ist ihr Militarygelände, es ist ihr Dorf. Dieses ist auch daran zu erkennen, dass die Zweibeiner hier eigens Verkehrsschilder für sie aufgestellt haben: "Vorsicht Pferde!" wird da gemahnt. Eine Warnung für die Menschen in den stinkenden, rollenden Blechdingern. In Luhmühlen müssen sie Rücksicht nehmen auf die Vierbeiner.

 

Ein wenig stolz macht es sie schon, welche Beachtung sie bei den Zweibeinern finden. Politprominenz und Adel kam schon zu ihren Turnieren. Wer kann so etwas schon von seiner Veranstaltung behaupten!

 

Eyendorf - Die alte Dame und der Wind...

Sie ist eine alte Dame. Mehr als 100 Jahre hat sie auf dem Buckel. Die Zeit ging nicht spurlos an ihr vorüber. Immer wieder plagten sie Wehwehchen; mal war's der Körper, mal der Kopf. Doch die alte Dame hat viele Freunde, die ihr immer wieder unter die Arme griffen. Heute erfreut sie sich bester Gesundheit. Man sieht ihr das hohe Alter nicht an. Sie hat nichts von ihrer Attraktivität verloren. Jährlich wird ihr zu Ehren ein Fest veranstaltet. Sie ist der Mittelpunkt des Ortes. Ein wenig scheint ihr das zu Kopf zu steigen: Erhaben blickt sie auf die Dorfbewohner herab. Doch die Eyendorfer verzeihen's ihr. Sie lieben ihre Windmühle.

 

Die alte Dame steht auf dem höchsten Punkt der Gemarkung: 71 Meter über dem Meeresspiegel bietet sie dem Wind von Südwesten und Nordwesten her freie Angriffsfläche. Das wurde ihr so manches Mal zum Verhängnis. Ein Orkan riss ihr 1972 den Kopf ab. Den Eyendorfern bot sich ein Bild der Verwüstung und des Grauens. Fast zehn Jahre dauerte der Wiederaufbau. 1978 fanden sich die Freunde der Lady zusammen und gründeten den "Verein zur Erhaltung der Eyendorfer Windmühle". Fortan hatte sie eine starke Lobby. Sie hat sie bis heute!

 

Garstedt - Der "Roberti-Turm" trotzt den Baumkronen

Groß und mächtig thront er auf dem Hamberg. Rund 18 Meter ist er hoch. Von oben bietet sich ein herrlicher Blick: Bei gutem Wetter (und scharfem Auge) kann man bis nach Hamburg gucken. Die Rede ist vom Garstedter Aussichtsturm, von den Garstedtern liebevoll "Roberti-Turm" genannt. Denn mit diesem Bau - so erzählt man scherzhaft im Dorf - hat sich einst Bürgermeister Robert Gräper ein Denkmal gesetzt.

 

Eigentlich hatte er ja nur 15 Meter hoch werden sollen. Doch dann stellte man plötzlich fest, dass der Turm in dieser Höhe nur den Blick auf die Baumkronen freigab. Kurzerhand setzte man noch drei Meter drauf.

 

Die Fertigstellung des langen Kerls verzögerte sich immer wieder. Eigentlich sollte er schon im Herbst 1984 aufgestellt werden. Doch der strenge Winter machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.

 

Mit den ersten Sonnenstrahlen rückte der Turm wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Am 3. Mai wurde der 16-Tonnen-Koloss auf dem Hamberg aufgestellt. 90 Minuten dauerte die Aktion. Alfred Kröger aus Putensen hatte den Turm aus Nadelholz gebaut. Hemut Schulz aus Hamburg hievte ihn unter Einsatz seines Superkrans (66 Tonnen Zugkraft!) hoch.

 

127.000 Mark kostete der Turm. 75 Prozent wurden aus dem Hamburg-Niedersachsen-Fonds finanziert. Am 11. Mai gab Bürgermeister Gräper die 86 Stufen zum neuen Hamberg-Aussichtsturm frei.

 

Noch heute krabbeln zahllose Besucher die Stufen hoch und genießen den freien Blick.

 

Lübberstedt - Auf dem Schüttenhof geht's tierisch zu!

Tierisch geht's zu auf dem Lübberstedter Schüttenhof. Zahllose Tiere haben hier ihr Zuhause, ständig kommen neue hinzu. Regelmäßig findet der Schüttenhoftag mit tollen Aktionen statt, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern. Promis gehen auf dem Schüttenhof ein und aus, auch XXL-Ostfriese und Knochenbrecher Tamme Hanken hat es schon hierhergezogen.

 

Am tierischen Treiben auf dem Schüttenhof hat sich bis heute nichts geändert, lediglich die ganz großen Schweinerennen gehören der Vergangenheit an. Ihren Höhepunkt erreichten die "Sauereien" 1983: "Sausi das wilde Rennschwein", "Felix der Sekundenkiller" und Lokalmatadorin "Tornado-Lady" lieferten sich ein tierisches Rennen. 6000 Besucher waren zu diesem sportlichen Großereignis gekommen.

 

Es herrschte unbeschreibliche Spannung. "Sausi" eröffnete das Rennen. Das Borstenvieh zeichnete sich zwar durch außerordentliche Schnelligkeit aus, ignorierte aber sämtliche Wettkampfregeln. Im Zickzackkurs raste "Sausi" über die Rennbahn und brachte damit vier trainierte Schweinetreiber zur Verzweiflung. Der Moderator drohte der wilden Sau: "Du kriegst 'ne rote Karte und kommst in die Wurst!" Auch Favorit "Felix der Sekundenkiller" schnitt eher enttäuschend ab.

 

Ganz anders sah's da schon aus, als "Tornado-Lady", "Jule" und "Paula vom Auetal" an den Start gingen. Im ersten Durchgang hatte "Tornado-Lady" die Schnauze vorn. Mit einer halben Sekunde schlug sie "Jule". Im anschließenden Stechen gab's ein Unentschieden.

 

Mit "Tornado-Lady" war in Schweinekreisen immer zu rechnen. Sie galt lange Zeit als schnellstes Borstenvieh. Ihr Rekord: 75 Meter in 9,2 Sekunden. Das brachte ihr sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch ein. Inzwischen ist "Tornado-Lady" im Schweinehimmel...

 

Toppenstedt - Die große weite Welt an der Autobahn

Toppenstedt in den 60er-Jahren: Kaum jemand hat ein Auto. Man arbeitet im Ort oder in der näheren Umgebung. Für die Kinder ist eine Fahrt zur Kreisstadt Winsen schon das größte. Die Knirpse stillen ihr Fernweh auf besondere Weise: Sie pilgern den Hanstedter Weg hoch zur Autobahn Hannover-Hamburg. Dort stehen sie stundenlang und winken den Lastwagen zu.

 

Manchmal gehen sie auch - obwohl sie dies eigentlich nicht dürfen - auf den nahegelegenen Parkplatz. Sie sprechen mit den Lkw-Fahrern, die damals noch 20 bis 30 Stunden in einem Stück unterwegs waren. Die Fahrer erzählen den Kindern abenteuerliche Geschichten. Die Versuchung mitzufahren ist groß. Ab und zu guckt der Dorfpolizist, zu der Zeit in Garlstorf ansässig, nach dem rechten. Schnell verstecken sich die Knirpse im Wald. Es geht immer gut.

 

Besonders interessant sind natürlich Unfälle. Einer blieb den Rotznasen von einst sehr gut in Erinnerung: Es ist Winter, in der Nacht kommt ein Lkw der Firma Hengstenberg (bekannt für Gemüsekonserven, hauptsächlich Sauerkraut) ins Schleudern. Der Koloss kippt die Böschung herunter und verliert seine Ladung.

 

Der Morgen danach: In den Bäckereien und Krämerläden verbreitet sich die Nachricht vom umgekippten Laster in Windeseile. Es vergeht keine Stunde, da ist halb Toppenstedt mit Schlitten unterwegs in Richtung Autobahn. Der Unfall fällt in die Ferienzeit, klar, dass die Kinder mit von der Partie sind. Hoffnungsfroh treffen die Knirpse an der Unfallstelle ein. Doch es gibt nichts mehr zu holen. Die Konserven sind verschwunden. Gerüchten zufolge sollen sie zum Teil kurze Zeit später in den Regalen eines Toppenstedter Gemischtwarengeschäftes wieder aufgetaucht sein...

 

Fortan hoffen die Knirpse, dass ein Laster mit Süßigkeiten umkippt und man dann schneller am Ort des Geschehens ist. Doch es bleibt bei der Hoffnung. Kein Süßigkeiten-Lkw beendet unfreiwillig seine Fahrt in Höhe Toppenstedt. Schade, finden die Kinder.

 

Vierhöfen - Hausherr konnte sein Schuhwerk schonen

Als ihr Dorfgemeinschaftshaus fertig war (1987), feierten die Vierhöfener drei Tage lang.

Was lange währt, wird endlich gut: Sechs Jahre beschäftigte sich der Vierhöfener Rat mit dem Bau einer Mehrzweckhalle. Dann, 1986, griff man endlich zum Spaten. Der Bau begann. Das war auch höchste Zeit. Schließlich wanderte das heimische Narrenvolk zum Feiern schon nach Westergellersen aus. Die Feuerwehr, bereits 1938 gegründet, hatte kein Zuhause. Die Sportler des SC Vierhöfen mussten sich jahrelang mit schlechten Trainingsbedingungen herumschlagen.

 

Vierhöfen hatte nie ein richtiges Zentrum. Damit konnte man leben. Doch dann passierte etwas: Mitte der 80er-Jahre wurde der Saalbetrieb einer Vierhöfener Gastwirtschaft eingestellt. Von da an sah man ziemlich alt aus: kein Platz zum Feiern. Die Faslamsbrüder suchten kurzerhand das Weite. Das DRK beschränkte seine Veranstaltungen auf ein Minimum. Feuerwehr und Sport-Club mussten mit der alten Schule vorliebnehmen.

 

Unmut machte sich breit. Alles fieberte der versprochenen Mehrzweckhalle entgegen. Dann, endlich, kam der 14. August 1987. Das Dorfgemeinschaftshaus war fertiggestellt. Der Architekt überreichte Bürgermeister Wilhelm Tschorschke symbolisch den Schlüssel. Und nun - nach 49 Jahren - hatte auch die Feuerwehr etwas Eigenes: In den Neubau wurde ein Gerätehaus integriert. Als Bonbon für die Blauröcke gab's dazu noch ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug.

 

Drei Tage lang feierten die Vierhöfener ihren Treff. Prominenz aus nah und fern reiste an, um zu gratulieren. Hausherr Tschorschke kündigte an: "Ich will selbst aufpassen, dass die Einrichtung pfleglich behandelt wird, und wenn nötig dem einen oder anderen auf die Füße treten." Zu Letzterem kam es nicht, denn die Vierhöfener waren und sind stolz auf ihr Zentrum und gehen seither entsprechend sorgsam mit ihm um. Gleiches lässt sich von den Gästen sagen, die aus nah und fern anreisen, um im Dorfgemeinschaftshaus zu feiern.

 

Wulfsen - Isenbohn, ein Stück Historie

Gras ist über die Schienen der Bahn gewachsen. Im Hintergrund der Wulfsener Bahnhof - längst eine Erinnerung an ein interessantes Kapitel der Ortsgeschichte.

Wulfsens Geschichte ist auch ein Stück Eisenbahnhistorie. 1906 wird die Kleinbahn Winsen-Wulfsen-Evendorf gegründet. Fortan schnaufen Dampfloks mit Personenwagen durch den Ort. Auf dem Wulfsener Bahnhof gibt es ein zweites Gleis. Dort steht der Wasserkran. Lokführer und Heizer tanken auf. Für die Fahrgäste heißt's warten. Zehn bis 15 Minuten steht der Zug, dann geht's weiter.

 

1933 wird erstmals ein Schienentriebwagen, "kleiner Ameisenbär" genannt, eingesetzt. Aber die Dampfloks schnaufen weiter. 1944 werden die Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE) gegründet. 1947 haben sie bereits fünf Millionen Fahrgäste.

 

Das Ende der Dampfloks naht. 1952 wird die letzte neue Lok geordert. 1954 erfolgt die Umstellung auf Dieselloks und Großraumtriebwagen. 1960 brausen die größten Dieselloks von einst (2000 PS!) einmal täglich durch Wulfsen. Wehmut kommt auf, als 1965 die letzte Dampflok ausgemustert wird. Das Kapitel Wulfsen un de Isenbohn nähert sich seinem Ende. 1970 stellen die OHE die Strecke Salzhausen-Hützel ein, 1974 schließlich die Strecke Winsen-Salzhausen.

 

Bis in die frühen 70er-Jahre hatte Wulfsen sogar zwei Bahnhöfe. Die Deutsche Bundesbahn betrieb einen Zugverkehr zwischen Lüneburg und Buchholz. Es gab ein Verbindungsgleis zwischen beiden Bahnhöfen. Auf ihm rollte der Güterverkehr. In jener Zeit hatte jeder Ort seinen eigenen Kohlenhändler. Dieser saß immer am Bahnhof. Die Bahn schaffte die Kohlen ran. Per Hand wurden sie abgeladen. Wichtig war die Bundesbahn-Anbindung aber auch für den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse. So waren zahlreiche Kartoffelzüge unterwegs.

 

Inzwischen ist dieses Kapitel in Wulfsen längst abgeschlossen. Über das Verbindungsgleis zwischen den Bahnhöfen ist Gras gewachsen. Doch vergessen wird dieses Stück Geschichte nicht. Die Wulfsener denken gern an die gute, alte Zeit zurück.